Archiv des Autors: kaygregersen

Das Asiatischste, was wir hier haben!

Auf der Kreidetafel eines auf Suppen und GRÜNFUTTER spezialisierten Restaurants wurde eine asiatische Kokos-Curry-Suppe mit Gemüse und Tofu beworben. Klang vielversprechend. Umso größer waren Überraschung und Enttäuschung. Zahlreiche Algen schwammen an der Oberfläche, garniert von geräuchertem Tofu. Auf den Hinweis, dass man keine Algen mögen würde, entgegnete die Servicekraft barsch und ungehalten.

  • „Das hätten sie ja auch vorher sagen können!“
  • „Ich habe ja gar nicht gewusst, dass in der Suppe Algen sind. Auf dem Schild steht davon nichts, und Sie haben auch  nichts gesagt.“
  • „Wieso auch? Das ist das Asiatische, was wir hier haben!“

Ach so.

Sie möchten doch sicherlich auch

„… beim Telefonieren sowohl bei der monatlichen Grundgebühr als auch bei den Kosten für die verbrauchten Einheiten zukünftig Geld sparen, Herr Gregersen?“ So stieg neulich ein hoch motivierter Mitarbeiter eines Vertriebsbüros ins Gespräch mit mir ein.

Auf meine Antwort „Nicht unbedingt; das käme ganz darauf an“ reagierte der dynamische Abschlussjäger gar nicht. „Super, dann liegen wir ja ganz auf einer Wellenlänge!“ Ich versuchte, ihn mit einem „Finden Sie?“ aus der Reserve zu locken.

„Herr Gregersen, es ist nämlich so: wir haben heute, extra für Sie,  ein unwiderstehlich gutes Angebot! Das glaub uns keiner!“, jubelte der forsche Endzwanziger (gefühlte Schätzung) durch die Leitung. „Ich auch nicht“, lautete meine lakonische Antwort. „Aber Sie verpassen da etwas!“, rief der nun etwas hysterisch wirkende Lassowerfer entsetzt aus. Ich entgegnete: „Man muss nicht alles haben.“ Pause.

„Okay, dann eben nicht. Schönen Abend noch“,  kam noch vom anderen Ende. „Das wünsche ich Ihnen auch! Und grüßen Sie mir bitte Ihre Kollegin“, sagte ich. „Meine Kollegin? Welche Kollegin?“, fragte das Vertriebs-Ass. „Die Kollegin, die mich heute Morgen angerufen und den selben Gesprächsleitfaden verwendet hat. Und der habe ich bereits mitgeteilt, dass ich zufriedener Kunde Ihres Tochterunternehmens bin und dort auch gerne bis zum Vertragslaufzeitende bleiben möchte.“

nee, nur was da hängt

Neulich in einer Filale eines aus Holland stammenden  Modekonzerns mit zwei Buchstaben.

Auf die Frage „Sagen Sie bitte, haben Sie diesen Pullover auch in blau?“ antwortete eine Verkäuferin:„Nee, nur was da hängt!“ Dabei hielt sie es nicht für nötig, sich umzudrehen und Blickkontakt aufzunehmen. Kein Engagement, kein Versuch des Cross Sellings (Verkauf des Pullovers in einer anderen Farbe), nichts. Dabei stimmte aus Sicht des Kunden nahezu alles: Schnitt, Material, Verarbeitung und Preis. Und die Frage nach der Wunschfarbe war ein eindeutiges Kaufsignal.

zwei Wörter bringen uns im leben weiter

Dialog zwischen einem Fenster- und Türenbauer (FTB) und seinem Kunden:

  • FTB: „Sie wissen ja, zwei entscheidende Wörter bringen uns im Leben weiter …“
  • KD:   „Hä, meinen Sie jetzt BITTE und DANKE?“
  • FTB:  „Nee, … DRÜCKEN und ZIEHEN.“

Ach ja, Scheiße!

Dialog zwischen einer Mitarbeiterin eines schwedischen Möbelhauses in HH-Altona und mir:

  • ICH: „Entschuldigung, haben Sie vielleicht kurz Zeit für mich?“
  • VK:   „Nein, wir schließen gleich.“
  • ICH:  „Nanu, ich dachte, Sie haben heute länger geöffnet.
  • VK:   „Ach ja, Scheiße!“

Das geht ja gar nicht!

Nach einem Seminartag in Husum wollte ich diesen entspannt ausklingen lassen und mir für die geleistete Arbeit etwas gönnen. In einem regional bekannten Modehaus entdeckte ich eine sehr große Auswahl an Pullovern eines in München ansässigen Strickwarenherstellers. Die Verkäuferin bemerkte an der von mir getragenen Strickjacke eine leichte Fussel- und Knötchenbildung. „Das geht ja gar nicht! Das ist hochwertige Merinowolle. Und der Hersteller garantiert, dass das beim Tragen nicht passiert! Haben Sie die Jacke bei uns gekauft? Egal, wie lange das her ist, ich werde sie dann einschicken, und Sie können sich hier bei mir gleiche eine neue aussuchen.“ Das nenne ich vorbildlichen Einsatz für den Kunden.

Ers’ma …

Dass es sich hierbei um ein überwiegend im Norden kurz vor der dänischen Grenze verwendetes Synonym für „Tschüß“ oder „Auf Wiedersehen“ handelt, wusste ich nicht. Genau das sagte ein Verkäufer unmittelbar nachdem er mir die gewünschte Ware in die Hand drückte. Und weg war er.

Kommt er gleich zurück? Bringt er mir noch etwas? Sollte ich warten? Oder soll ich doch zur Kasse gehen? Nach drei Minuten verließ ich den Ort des letzten Zusammentreffens und begab mich zur Kasse. Dabei schaute ich mich immer wieder nach dem Verkäufer um. War es unhöflich, einfach zur Kasse zu gehen? Vielleicht sucht er mich? Vielleicht hat er noch etwas wichtiges geholt, was zum Produkt gehört? Jäh wurde ich von der Kassiererin aus meinen Gedanken gerissen: „Das macht dann 98,00 Euro! … Einhundert … Danke, und zwei zurück. Ers’ma …!“

DA IST NIX VERKEHRT MIT …

Diese Antwort erhielt ich kürzlich auf meine Frage, ob mir der Verkäufer etwas zum Objekt meiner Begierde (in diesem Fall der Kitchen Aid Artisan Blender) sagen könne. Ein sich selbst bestätigendes Kopfnicken und eine dann nicht enden wollende Pause machten mich perplex und sprachlos. Welch‘ inhaltlich beeindruckende Wiedergabe von Sortiments- und Produktkenntnissen! Mit ganz eigenem Charme die wesentlichen Informationen auf den Punkt gebracht.